Die Frage kommt fast immer im zweiten Gespräch, und meistens dann, wenn zwei oder drei Offerten nebeneinanderliegen und sich nur noch in dieser einen Zahl unterscheiden. Sechs, acht oder zehn.
Ich beantworte sie ungern pauschal, weil die Zahl selbst wenig aussagt. Was zählt, ist, wo euer Tag anfängt, wie weit die Orte auseinanderliegen und wann ihr bereit seid, mich gehen zu lassen. Zwei Hochzeiten mit identischen acht Stunden können völlig unterschiedlich aussehen — die eine an einem Ort, die andere mit vierzig Minuten Fahrt in der Mitte.
Hier steht deshalb keine Empfehlung, sondern die Rechnung dahinter.
Was decken sechs, acht oder zehn Stunden ab?
Sechs Stunden. Standesamtliche Trauung, Apéro, Paarbilder, ein paar Gruppenbilder. Vorbereitungen nur angeschnitten, das Fest nicht enthalten. Für eine Feier im kleinen Rahmen an einem einzigen Ort ist das keine Sparlösung, sondern die passende Grösse.
Acht Stunden. Die häufigste Buchung bei mir. Vorbereitungen ab dem Anziehen, Trauung, Apéro, Gruppenbilder, Paarbilder im Abendlicht, Essen und Reden angeschnitten. Der Abend endet für mich, bevor getanzt wird.
Zehn Stunden. Derselbe Ablauf plus der Anfang des Fests: der Einzug, der erste Tanz, die Stunde, in der die Krawatten verschwinden.
Die Sprünge zwischen den Stufen sind nicht gleich viel wert. Von sechs auf acht bekommt ihr den ganzen Morgen und das beste Licht des Tages dazu — das ist der Sprung, der die Galerie verändert. Von acht auf zehn bekommt ihr das Fest, und darüber lohnt sich ein eigener Absatz weiter unten.
Was frisst die Stunden schneller, als ihr rechnet?
Zwei Dinge, und beide stehen auf keinem Zeitplan.
Wege. Wenn Trauung, Apéro und Fest an drei Adressen stattfinden, geht rund eine Stunde auf die Strasse — und zwar meine, eure und die aller Gäste. Bei einem Ort im Zürcher Oberland und einem Fest am Zürichsee sind es schnell anderthalb. Diese Zeit ist gebucht, und es entsteht in ihr fast nichts.
Wartezeiten. Zwischen Apéro und Essen liegen oft zwei Stunden, in denen der Ablauf offiziell ruht. Ich stehe die trotzdem mit. Das ist nicht schlimm — in dieser Lücke entstehen regelmässig die besten Bilder des Tages, weil niemand mehr prüft, ob er richtig steht — aber es sind zwei von acht Stunden, mit denen viele Paare nicht gerechnet haben.
Ein Rechenbeispiel, wie ich es im Gespräch mache. Trauung um 14 Uhr im Zürcher Oberland, Apéro am selben Ort, Fest am Zürichsee. Ich komme um elf, Schluss um neun — zehn Stunden. Davon gehen fünfzig Minuten auf die Fahrt an den See, zwei Stunden auf die Lücke zwischen Apéro und Essen, und eine knappe Stunde aufs Warten vor der Trauung. Bleiben gut sechs Stunden, in denen tatsächlich fotografiert wird. Das ist kein Argument gegen die zehn — es ist der Grund, warum acht sich an diesem Tag eng anfühlen würden.
Praktischer Rat, falls ihr zwischen zwei Stufen steht: rechnet euren Tag einmal grob durch und zieht Wege und Leerlauf ab. Was übrig bleibt, ist die Zeit, in der tatsächlich fotografiert wird. Bei den meisten Paaren ist das Ergebnis der Grund, warum sie sich am Ende für die grössere Zahl entscheiden — oder die Orte zusammenlegen.
Lohnt es sich, bis zum Ende des Fests zu buchen?
Meistens nicht, und das sage ich gegen mein eigenes Interesse.
Nach der ersten Stunde auf der Tanzfläche wiederholen sich die Aufnahmen. Es wird dunkler, es braucht mehr Blitz, und das Ergebnis sieht anders aus als alles, woran ihr euch aus dem restlichen Tag gewöhnt habt. Ihr zahlt also für Bilder, die zum Rest eurer Galerie nicht passen.
Zwei Ausnahmen. Wenn im Programm noch etwas Bestimmtes kommt — ein Feuerwerk, ein Lied, ein Ritual, ein Anschneiden zu später Stunde —, bleibe ich dafür gern, und wir legen das Ende darauf. Und wenn euer Fest der eigentliche Grund für die ganze Hochzeit ist, weil ihr seit Jahren auf diese Party hinarbeitet, dann gehört sie natürlich in die Galerie.
Für die letzten zwanzig Gäste um halb drei braucht es mich nicht.
Woran merkt ihr, dass ihr zu knapp gebucht habt?
Es gibt drei Sätze, die ich am Tag selbst höre, wenn die Stundenzahl zu niedrig angesetzt war.
„Können wir das schneller machen?" — meistens bei den Gruppenbildern. Zwölf Konstellationen in zehn Minuten gehen, sehen aber auch danach aus.
„Sollen wir schon rausgehen?" — wenn die Paarbilder vor das gute Licht rutschen, weil ich sonst schon weg wäre.
Und der häufigste: die Frage nach einer Verlängerung um vier Uhr nachmittags, wenn klar wird, dass der Puffer aufgebraucht ist. Das lässt sich fast immer lösen — aber angenehmer ist es, die Stunde vorher eingeplant zu haben, als sie zwischen Apéro und Essen zu verhandeln.
Und der Ablauf selbst?
Wie ich einen Hochzeitstag fotografiere, wann ich ankomme und warum ich am Tag selbst fast nichts frage, steht ausführlich auf meiner Seite für Hochzeitsfotografie in Zürich — dort geht es um die Arbeitsweise, hier nur um die Zahl im Vertrag.
Häufige Fragen
Was kostet eine zusätzliche Stunde?
Das hängt am Gesamtumfang und an der Anreise — eine Zahl, die hier stünde, würde auf euren Tag ohnehin nicht passen. Der Weg dorthin ist kurz: Kennenlerngespräch, und danach bekommt ihr eine schriftliche Offerte für euren Ablauf.
Können wir Stunden am Tag selbst dazubuchen?
Ja, solange ich am Abend nichts anderes habe. Sagt mir einfach Bescheid, wenn ihr merkt, dass ihr mich länger dabeihaben wollt — das lässt sich zwischen Apéro und Essen in einer Minute klären.
Zählt die Anfahrt zu den gebuchten Stunden?
Die Fahrt zu euch und wieder nach Hause nicht. Wege zwischen euren Orten am Tag selbst schon — ich bin in dieser Zeit ja bei euch.
Rechnet ihr angebrochene Stunden voll?
Nein. Wenn wir bei acht Stunden landen und es werden achteinhalb, ist das kein Thema.
Macht ihr eine Pause, und läuft die Zeit dabei weiter?
Ich esse, wenn ihr esst, meistens zwanzig Minuten, und ja, die laufen mit. In dieser Zeit passiert erfahrungsgemäss nichts, was ich später vermisse.
Was, wenn wir genau zwischen zwei Stufen liegen?
Dann nehmt die kleinere und lasst euch die Option auf eine Verlängerung offenhalten. Nachbuchen geht fast immer, zurückbuchen selten.
Der nächste Schritt
Schickt mir euren Ablauf, auch als Stichworte auf dem Handy getippt — Trauung um wann, Apéro wo, Essen wo, und ob das drei Adressen sind oder eine. Ich rechne die Wege und den Leerlauf raus und sage euch, welche der drei Zahlen zu eurem Tag passt. Das kostet euch eine halbe Stunde und nichts sonst.